TecDax: Aufwärtstrend in Gefahr?

Hallo liebe Investoren,

lang, lang ist`s her, als wir das letzte Mal den TecDAX besprochen haben. Um es genau zu sagen: Es sind mittlerweile mehr als zehn Monate vergangen, seit wir den Leitindex der Deutschen Technologiewerte unter die Lupe genommen haben. Zu diesem Zeitpunkt standen allerdings “nur” rund 1.250 Punkte auf der Anzeigetafel (vergleiche: TecDax: jetzt wird es ernst!). Aus diesem Grund denken wir von Chart-Factory: Es wird Zeit für ein Update, denn seither hat sich doch so einiges getan.

Wie damals befürchtet, konnte der TecDAX den intakten Aufwärtstrend nicht halten und es ging erst einmal eine Etage tiefer. Bis schließlich am 16. Oktober bei knapp unter 1.100 Zählern das Korrekturziel erreicht worden war.

TecDAX30 Index

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Seit Oktober erfolgte dann eine fulminante Rallye, die den TecDAX ordentlich nach oben katapultiert hat. Am 21. Mai 2015 wurde schließlich ein Mehrjahreshoch bei 1.736 Zählern erreicht. Das entspricht einem Kursplus von fast 60% – und das innerhalb von gerade einmal sieben Monaten. Das ist eine Performance, die sich sehen lassen kann! Obwohl derzeit an den deutschen Märkten (allen voran der DAX) die Bären das Ruder übernommen haben, überzeugt der TecDAX nach wie vor mit relativer Stärke und befindet sich trotz der allgemeinen Marktstimmung immer noch im intakten Aufwärtstrend gemäß der Theorie von Henry Dow (höhere Tiefs – grüne Kreise). Erst in den jüngsten Tagen gab das Technologiebarometer ein paar Zähler ab und notiert aktuell nur noch leicht oberhalb des unteren Aufwärtstrendkanalrands. Wie ist die allgemeine Lage derzeit aber zu beurteilen?

1. Mario Draghi kündigte Anfang diesen Jahres ein extrem umfangreiches Staatsanleihen-Aufkaufprogramm an. Da die Zinsen zu diesem Zeitpunkt bereits im Keller waren, wurde zusätzlich Liquidität geschaffen, die direkt im Aktienmarkt ankam. Das ist und war eine Art zusätzlicher “Turbo” für die Börse. Dieser Turbo gilt aber allgemein für die Deutschen Indizes und nicht ausschließlich für den TecDAX.

2. Der Ifo-Index kletterte von Hoch zu Hoch. Auch das sorgte für einen zusätzlichen Schub nach oben. Dieser ist seit einem Monat – ähnlich wie die Indizes – in Korrekturstimmung.

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3. Neben dem Ifo-Index gibt es den Purchasing Managers Index (kurz: PMI) sowohl für die Industrie, als auch für den Dienstleistungssektor in Deutschland. Dieser ist neben dem Ifo-Index ein sehr bedeutender Frühindikator, der die Verfassung in den jeweiligen Sektoren widerspiegelt. Diese befinden sich seit zwei Monaten in der Korrekturphase.

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Wichtig dabei ist: Werte über 50 signalisieren ein Anstieg des jeweiligen Sektors und Werte unter 50 einen Rückgang. Wie sind diese Zahlen jetzt also zu interpretieren?

1. Deutschland wächst (beide Zahlen über 50)

2. Im Dienstleistungsbereich ist das Wachstum deutlich größer als im Industriesektor. Darum zeigt der TecDAX nach wie vor eine relative Stärke im Vergleich zum Leitindex DAX

3. Die Dynamik lässt nach => Ergo: eine typische Sommerkorrektur ist voll im Gange

Fazit: Trotz des aktuellen Staatsanleihen-Aufkaufprogramms von Mario Draghi herrscht derzeit eine allgemeine Korrekturstimmung. Somit wäre es für uns keine Überraschung, wenn der TecDAX in den kommenden Tagen seinen derzeit noch intakten Aufwärtstrend nach unten verlassen würde und sich der allgemeinen Marktkorrektur anschließt. Und nochmals: Wir reden hier von einer KORREKTUR, keinen Crash! Denn für einen Crash ist die allgemeine ökonomische Grundstimmung noch viel zu gut!

Allzeit viel Erfolg mit Ihren Investments,

Ihr Chart-Factory-Team