Kakao: Der Rohstoff für Schokoladenliebhaber

Hallo liebe Investoren,

die Frage, ob Spekulationen in Agrarrohstoffen moralisch bedenklich sind, ist eine Glaubensfrage. Denn in der westlichen Welt herrscht die freie Marktwirtschaft in der Angebot und Nachfrage den Preis bestimmen, und demzufolge sind Preisschwankungen nur das Produkt des freien Marktes. Dennoch darf auf keinen Fall verschwiegen werden, dass Investoren durch das Spekulieren auf Agrarrohstoffen Preise in die Höhe treiben können. Die Folge davon ist, dass möglicherweise unrealistische Preise an den Börsen bezahlt werden. Aktuell wird auch der Kakaopreis, aufgrund von aufkeimenden Spekulationen, nach oben getrieben, aber zunächst ein paar Fakten zum Kakao:

Der Kakaobaum ist eine relativ anspruchsvolle Pflanze, da er vor zu viel Sonne, Regen und Wind geschützt werden muss. Damit die Kakaofrüchte jedoch gedeihen können, muss ein optimales tropisches Klima vorherrschen. Daher können nur Bauern in Länder Lateinamerikas, Westafrikas und Südostasiens die begehrten Kakaofrüchte ernten. Dazu zählen zum Beispiel die Elfenbeinküste, Nigeria, Indonesien, Ghana, Brasilien oder Kolumbien.

In den vergangenen Tagen legte der Kakaopreis größtenteils zu, obwohl erst Anfang des Monats Rekordernten aus der Elfenbeinküste vermeldet wurden. Demnach wurden von Oktober 2013 bis Juni 2014 1,6 Millionen Tonnen Kakaobohnen geerntet und damit 19 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Dazu muss man wissen, dass die Elfenbeinküste der wichtigste Kakaoexporteuer (weltweit stammen gut 1/3 der Kakaobohnen aus dem Land) ist. Obwohl die Elfenbeinküste Rekordernten meldete, stieg der Preis für Kakao zuletzt immer weiter an. Der Grund: Die Marktteilnehmer befürchten Ernteausfälle aufgrund der Ebola Epidemie. Zwar sind bislang keine Fälle aus der Elfenbeinküste bekannt aber sollte die Seuche auch das Land erreichen, droht eventuell ein Kakaomangel.

kakao

Vorsicht: Diese Spekulationen sollten nicht überbewertet werden. Denn Märkte übertreiben gerne. So wurde zum Beispiel zu Beginn der Ukrainekrise der Weizenpreis in die Höhe getrieben, da Lieferengpässe befürchtet wurden. Der Preis brach jedoch relativ schnell wieder in sich zusammen. Auch die Notierung von Palladium ging durch die Decke, als die EU Sanktionen gegen Russland beschloss. Die Marktteilnehmer fürchteten, dass Russland den Rohstoff zurück halten könnte. Bisher bestätigte sich die Befürchtung jedoch nicht und der Preis konsolidierte wieder. Fakt ist:

Die Anbauregionen von Kakao sind politisch gesehen eher bedenklich, so dass Unruhen zu Ernteausfällen führen könnten. Darauf jedoch zu spekulieren ist schwierig. Wer direkt vom Verkauf von Schokolade profitieren möchte, könnte sich auch die Aktien der beiden Schweizer Unternehmen Barry Callebaut sowie Lindt & Sprüngli ansehen.

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