Indizes: DAX ist nicht gleich DAX und international kaum vergleichbar

Hallo liebe Investoren,

Wenn in den Nachrichten über den Deutschen Aktienindex (kurz: DAX) berichtet wird dann ist dabei grundsätzlich die Variante des Performanceindexes gemeint. Daneben existiert jedoch noch der unbekanntere Kursindex, der ebenfalls börsentäglich berechnet wird. Die Zusammensetzung ist exakt dieselbe. Im Gegensatz zum Performanceindex DAX sind weltweit zahlreiche andere Indizes als Kursindizes weit verbreitet. Als bekanntestes Beispiel für einen Kursindex ist der amerikanische Dow Jones zu nennen. Was sind jedoch nun die genauen Unterschiede von Kurs- und Performanceindizes?

Wir beginnen bei unserer Prüfung zunächst mit dem Kursindex. In dieser Variante wird der entsprechende Index nicht um Dividenden, Kapitalveränderungen oder Zinszahlungen bereinigt, sondern der aktuelle Stand repräsentiert die reine Kursentwicklung der darin enthaltenen Werte. Der Index vollzieht demnach die üblichen Dividendenabschläge mit und wird nicht um diese bereinigt. Im Gegensatz dazu steht der Performanceindex, bei dem jegliche Dividendenauszahlung, Kapitalveränderung oder Zinszahlung berücksichtigt werden. Man kann sich die Vorgehensweise wie folgt vorstellen: Die ausbezahlten Dividenden werden sofort, ohne anfallende Kosten, wieder reinvestiert.

Betrachten wir nun den DAX in beiden Varianten. Wie bereits im Text oben erwähnt wird der Performanceindex beim DAX von der breiten Öffentlichkeit beobachtet. Dieser konnte unlängst neue Allzeithochs generieren. Doch wie entwickelte sich eigentlich der Kursindex? Ein kleiner Vergleich könnte überraschend werden.

DAX30 Perf Index

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Während der DAX-Performanceindex seit dem Euro-Krisen-Tief um in der Spitze 121% zulegen konnte, schaffte der DAX-Kursindex in derselben Zeit +100%. In dieser kurzen Zeit machten die Dividendenzahlungen der deutschen DAX-Unternehmen also 21% Unterschied aus.

Und noch etwas: Der Performance-DAX knackte sein „altes“ Allzeithoch aus 2007 bei damals 8.106 Punkten, welches er kurz vor Ausbruch der Finanzkrise um Lehmann Brothers markierte, bereits im Mai 2013. Seither ging die laufende Hausse munter weiter und das Barometer stieg bis jetzt sogar noch weitere 35% an. Der Kursindex hingegen erzielte sein letzte Rekordmarke zu Beginn des neuen Jahrtausends bei 6.266 Zählern und erreichte dieses seither nie wieder – aber was nicht ist, kann ja noch werden. Denn die deutschen Unternehmen erzielen mittlerweile mehr Gewinne als jemals zuvor. So gesehen ist der Dax also nicht überbewertet wie viele sagen, sondern hängt eher noch hinterher.

DAX KURSINDEX

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Bis zum Allzeithoch des Kursindex (6.266) sind es, Stand Freitagabend, noch satte 11,4%. Addieren wir diesen Prozentsatz einfach mal ganz frech auf den jetzigen Performanceindex-Stand hinzu, dann ergibt sich noch weiteres Aufwärtspotential bis 12.213 Punkten. In dieser Rechnung wären die Dividendenzahlungen übrigens noch nicht berücksichtigt. Kommt es also tatsächlich auch im Kursindex zu einer neuen historischen Bestmarke, dann dürfte der Performanceindex irgendwo um 13.000 Zähler notieren.

vergleichDAX30 Perf Index

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Im direkten Vergleich liegen zwischen dem aktuellen Kursindex-Stand von 5.623 Punkten und dem Performanceindex-Stand von 10.963 rund 95% Kursdifferenz. Da wir nun alle wissen, was für ein großer Unterschied zwischen dem Performance- und dem Kursindex liegt stellt sich natürlich die Frage, wie der DAX denn dann tatsächlich im internationalen Vergleich abschneidet. Denn die Börsenbarometer aus zum Beispiel Großbritannien, Frankreich, Spanien oder Amerika sind durchgängig Kursindizes. Dieser Frage gehen wir in den kommenden Wochen in einem weiteren Beitrag auf die Spur.

Allzeit viel Erfolg mit Ihren Investments,

Ihr Chart-Factory-Team

 

 

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