Der Andi-Zykliker zu Griechenland: Das Spardiktat ist „Altherrenpolitik“

Es folgt ein Artikel des Andi-Zyklikers. Bitte erinnern Sie sich: Der Andi-Zykliker heißt Andi-Zykliker, weil er gerne gegen den allgemeinen Strom schwimmt. Es werden keine allgemeingültigen Weisheiten präsentiert. Vielmehr möchte der Andi-Zykliker auch einmal andere, als die sonst üblichen Denkansätze ins Spiel bringen. Sie müssen das nicht gut finden oder unterstützen, aber wenn es zum Nachdenken anregt oder bei Diskussionen im Alltag zu einer Ausweitung der Argumentationskette führt, dann ist das Ziel erreicht. Denn unabhängig davon, ob man derselben Meinung ist oder nicht, sollte man sich immer vor Augen führen, dass keine Meinung unumstößlich oder der Weisheit letzter Schluss ist – Niemand ist perfekt oder Allwissend. Viel Spaß beim lesen,

Ihr Chart-Factory-Team

 

Es spricht der Andi-Zykliker:

Hallo liebe Investoren,

die Griechen werden in Zukunft den Gürtel wohl enger schnallen und fleißig, so wie die Deutschen, sparen. Demnach wird das auferlegte Reformprogramm wahrscheinlich zähneknirschend umgesetzt und alles wird super, oder? Ich möchte meine Zweifel kundtun und glaube, dass Europa vollkommen falsche Politik betreibt und Griechenland somit weiter in die Knie gezwungen wird.

Die griechische Regierung knickte in der vergangenen Woche ein und stimmte den Vorschlägen seiner „Europartner“ zu. Aber sind wir mal ehrlich! Wie hätte die Regierung auch sonst handeln sollen? Die einzige Alternative wäre gewesen, dass die Europäische Zentralbank keine weiteren Gelder zur Verfügung stellt und somit wäre die Wirtschaft vollkommen zum Erliegen gekommen. Aber ist die Politik des Sparens und der Steuererhöhung wirklich richtig? Ich meine ganz klar: NEIN! Denn beide Maßnahmen führen zu keinen Investitionen und zu noch weniger Binnennachfrage. Genau diese zwei Punkte benötigt jedoch eine Volkswirtschaft um Wachstum generieren zu können. Durch Investitionen könnte mehr Wettbewerb entstehen und somit würden die Preise in den Supermärkten fallen. Aber das geschieht nun wieder nicht! Daher wird Griechenland vielleicht noch viel tiefer in die Rezession stürzen als derzeit. Ich kann die „Altherrenpolitik“ nicht ganz nachvollziehen, da unser Interesse sein sollte, dass die Jugend Europas eine gute Chance erhält. Die Chance kann aber nur genutzt werden wenn Investitionen getätigt und neue Schulden aufgenommen werden. Apropos Schulden: Welcher Staat hat jemals seine Schulden zurückbezahlt? Die richtige Antwort ist, keiner! Entweder ist der Staat vorher bankrott gegangen oder die Schulden verringerten sich dank der Inflation. Das ist die bittere Realität. Selbst in einer scheinbar stabilen Volkswirtschaft wie in Deutschland führt sparen zu weniger Investitionen und kann für zukünftige Generationen schädlich sein. Daher mein Rat an die Volksvertreter:

Investieren Sie und lassen Sie auch andere Länder in Europa das Geld mit vollen Händen ausgeben, damit die folgenden Generationen in Wohlstand leben können. Das ganze muss natürlich auf eine clevere und durchdachte Art und Weise geschehen.

Beste Grüße

Ihr Andi-Zykliker

 

 

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