Brent Crude Oil: Der Mythos vom schwarzen Gold

Hallo liebe Investoren,

nachdem im August 2012 die Marke von 100 USD je Barrel Brent Crude Oil am Aktienmarkt zurückerobert wurde, veröffentlichten mehrere Finanzzeitungen Horrormeldungen. „Nie mehr Öl unter 100 USD je Barrel“ hieß es damals. Und heute, circa 2 ½ Jahre später, notiert sowohl das Nordseeöl Brent als auch das amerikanische West Texas Intermediate Öl (WTI) bei unter 50 USD je Fass.

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Die Gründe hierzu untersuchten wir bereits vor ein paar Wochen (Vergleiche: http://chart-factory.info/brent-crude-oil-das-luft-wie-geschmiert/). Doch wer profitiert eigentlich von den niedrigen Ölpreisen?

Gewinner

  1. Transport-Sektor: Güter die irgendwo auf der Welt produziert werden und von A nach B transportiert werden müssen können derzeit billiger angeboten werden. Durch den gesunkenen Ölpreis haben gerade Transport-Unternehmen deutlich niedrigere Kosten, die sie wegen dem Konkurrenzkampf am Logistik-Markt auch an die Endkunden weiter geben werden.
  2. Fluggesellschaften und Tourismusbranche: Neben den extrem hohen Anschaffungskosten profitieren die Fluggesellschaften vor allem von den deutlich niedrigeren Kerosinkosten. Das lässt zusätzlich Gewinne in die Kassen spülen (siehe unterer Chart). Vermutlich wird auch ein Teil der Ersparnisse an die Endkunden weiter gegeben, um neue Kunden anzulocken.
  3. Autobranche: Durch die derzeit immer niedriger werdenden Spritpreise erlebt die Autobranche gerade in den Industriestaaten einen neuen SUV-Boom. Die Leute achten derzeit deutlich weniger auf den Spritverbrauch und kaufen wieder vermehrt die großen Cash-Cows der Automobilhersteller. Verlierer sind derzeit reine Elektro-Hersteller wie beispielsweise Tesla.
  4. Endkunden: Die deutlich gesunkenen Energiekosten wirken für viele Bürgerinnen und Bürger wie eine indirekte Konjunkturspritze. Wasch- und Duschmittel, Seife, Medikamente, etc. werden alle deutlich billiger hergestellt. Somit sparen Endkunden.

Verlierer

  1. Ölkonzerne und Fracking: Ölkonzerne wie zum Beispiel OMV, BP, Royal Dutch Shell oder Exxon Mobil gehören zu den größeren Verlierern (siehe unterer Chart). Während auf der einen Seite die Ausgaben für die Förderungen gleich bleiben, sinken auf der anderen Seite die Erträge. Die Fracking-Industrie in den USA braucht beispielsweise circa 80 USD je Barrel um dauerhaft profitabel zu sein. Davon sind wir derzeit meilenweit entfernt.
  2. Ölfördernde Staaten: Ölfördernde Staaten wie zum Beispiel Russland, Venezuela, Nigeria, und der Iran gehören zu den großen Verlierern. Da ihre Wirtschaft stark von den Ölpreisen abhängig ist, leiden diese besonders unter dem niedrigen Preis.

AMERICAN AIRLINES GROUP

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Ausblick und Fazit:

Billiges Öl belebt die Konjunktur. Eines der führenden Wirtschaftsforschungsinstitute in Deutschland geht aktuell sogar von einem zusätzlichen Wachstum von bis zu 0,7% aus, wenn die Preise weiterhin so niedrig bleiben. Allerdings wird dadurch das Fracking in den USA nachhaltig unrentabel bleiben und die Produktion somit langfristig wieder eingestellt. Spätestens dann sollte wieder Schluss mit den niedrigen Preisen sein.

Allzeit viel Erfolg mit Ihren Investments,

Ihr Chart-Factory-Team

 

 

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