Brent Crude Oil: Das läuft wie geschmiert

Hallo liebe Investoren,

wer in den letzten Tagen mit seinem Auto an der Zapfsäule war, musste wohl zwei Mal hinsehen, um zu realisieren, dass er nicht träumt. Erreicht Super E5 doch tatsächlich Dimensionen, die wir seit dem Höhepunkt der Finanzkrise 2009 nicht mehr kennen: Der Liter Sprit kostet doch tatsächlich weniger als 1,30 €! Sicherlich haben sich viele von Euch dabei gefragt: Wie ist das möglich? Wir haben doch eine Arbeitslosenquote von 6,3% und der Dax steht knapp unter dem Allzeithoch – wieso sind die Spritpreise also so billig wie seid vielen vielen Jahren nicht mehr? Wie passt das zusammen? Wir von chart-factory.info sind dieser Sache auf dem Grund gegangen:

1. Brent-Ölpreis erstmals seit 2009 unter der 60-Dollar-Marke

Da der Ölpreis von Angebot und Nachfrage abhängt, gilt: Ist die Weltwirtschaft intakt und am expandieren, dann steigt der Ölpreis und umgekehrt. Seit 2013 betreibt die USA allerdings Fracking im großen Stil. Da somit auf der einen Seite immer mehr Öl auf dem Weltmarkt angeboten wird und die Weltnachfrage auf der anderen Seite laut dem aktuellen OPEC-Bericht in 2015 sogar weiter rückläufig sein wird, werden auch die Brent-Preise solange weiter fallen, bis das Angebot und die Nachfrage ein neues Gleichgewicht gefunden haben.

2. Brent-Crude Oil in der Chartanalyse

Brent Crude Oil Full0215 Future

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Im Jahr 2008, also kurz vor der Finanzkrise sowie dem Hochpunkt der Rohstoffblase, notierte ein Fass Öl der Sorte Brent zu Spitzenzeiten bei 143,95 USD je Fass (159 Liter). Das bedeutete also fast 1 Dollar je Liter Öl. Während der Finanzkrise fielen die Preise in Windeseile und notierten zeitweise nur noch knapp über 30 US-Dollar. Danach ging es von Anfang 2009 bis Mitte 2014 sukzessive in einem breiten Aufwärtstrend voran.

In der Zwischenzeit (insgesamt knapp sechs Jahre) dockten die Notierungen dabei fünf Mal an der Ober und der Unterseite an. Wobei zwischen 2011 und 2012 die Preise sogar nach oben aus der Reihe tanzten. Seit Juni 2014 geht es allerdings rapide bergab. Obwohl uns der RSI-Indikator im Wochenchart mit gerade einmal 9 Punkten derzeit eindeutig mitteilt, dass Öl überverkauft ist, glauben wir von chart-factory.info, dass der Ölpreis sein Tief noch nicht gesehen hat.

Wir sind der Meinung, dass ein weiteres Testen des 2009er-Tiefs bei knapp 30 US-Dollar derzeit durchaus drin ist. Das liegt zum einen daran, weil die Abwärtsdynamik der vergangenen Wochen erneut zunahm und zum anderen nach wie vor relative hohe Volumen am Markt sind. Es sieht also so aus, als ob derzeit niemand das billige Öl haben will.

3. Des einen Freud ist des anderen Leid

Während sich gerade die Industrieländer sowie der Endverbraucher über die günstigen Preise freuen, so geht es dabei anderen Ländern – allen voran Russland – richtig an den Kragen. Beispielsweise halbierte sich der Wert des Rubels innerhalb der vergangenen drei Monate nahezu. Da dieses Land allerdings stark von den Rohstoffexporten abhängig ist und ein Rohölpreis von mindestens 100 USD für Russland immens wichtig für einen ausgeglichenen Haushalt ist, sieht es momentan so aus, als würde Russland wirtschaftlich komplett an die Wand fahren.

4. Ausblick und Fazit

Das billige Öl sollte die Weltwirtschaft in den kommenden Monaten ankurbeln können. Gerade die derzeit stark angeschlagene wirtschaftliche Lage im südeuropäischen Euroraum könnte davon profitieren. Zudem könnte sich das geplante Anleihenkaufprogramm der EZB positiv auf die zukünftige Konjunktur auswirken.

Allzeit viel Erfolg mit Ihren Investments,

Ihr Chart-Factory-Team

 

 

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